Kastanie, Edelkastanie oder Marroni? Die Unterschiede einfach erklärt
Kastanie, Edelkastanie, Marroni, Maroni, Esskastanie – rund um die braune Herbstfrucht kursieren viele Begriffe, und sie werden oft munter durcheinandergeworfen. Dabei meinen sie nicht alle dasselbe. Wir bringen Ordnung in die Begriffe – und verraten, aus welcher Kastanie unser Mehl entsteht.
«Kastanie» ist nicht gleich Kastanie
Der grösste Stolperstein zuerst: Umgangssprachlich heissen zwei völlig verschiedene Bäume «Kastanie», die botanisch nicht einmal miteinander verwandt sind.
- Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) ist der grosse Alleebaum mit den weissen Blütenkerzen und den glänzenden Früchten, die Kinder im Herbst sammeln. Sie gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse und ist nicht essbar – roh sogar leicht giftig.
- Die Edelkastanie (Castanea sativa) gehört zu den Buchengewächsen und ist die essbare Kastanie. Nur aus ihr werden Marroni geröstet und Kastanienmehl gemahlen.
Merkregel: Rosskastanien stecken einzeln in einer Hülle mit kurzen, dicken Stacheln, Edelkastanien zu mehreren in einer stark bestachelten, igeligen Hülle. Wer Kastanien essen will, meint immer die Edelkastanie.
Edelkastanie = Esskastanie
«Edelkastanie» und «Esskastanie» sind zwei Namen für ein und denselben Baum: Castanea sativa. Beide Begriffe grenzen die geniessbare Frucht von der ungeniessbaren Rosskastanie ab. Sie war über Jahrhunderte das «Brot der Berge» – in vielen Regionen Südeuropas ernährten sich die Menschen einen grossen Teil des Jahres von Kastanien, die als Mehl haltbar gemacht wurden.
Und wo kommen die Marroni ins Spiel?
Alle Marroni sind Edelkastanien – aber nicht jede Edelkastanie ist ein Marroni. «Marroni» (italienisch marrone, in der Schweiz auch «Maroni») bezeichnet besonders grosse, süsse und leicht schälbare Auslese-Sorten der Edelkastanie.
Der feine Unterschied liegt im Kern: Bei gewöhnlichen Wildkastanien dringt das dünne, bittere Innenhäutchen oft ins Fruchtfleisch ein und teilt es in mehrere Segmente. Bei den Marroni-Sorten bleibt der Kern ungeteilt und ganz und lässt sich sauber vom Häutchen lösen. Das macht sie zum Liebling für geröstete Marroni und feine Kastanienspezialitäten.
In der Schweiz hat sich «Marroni» ausserdem als Alltagswort für die gerösteten Kastanien vom Marronistand eingebürgert – unabhängig von der genauen Sorte. Begriff und Frucht verschwimmen hier also ein wenig.
Die Begriffe auf einen Blick
- Kastanie: Sammelbegriff – kann die essbare Edelkastanie oder die ungeniessbare Rosskastanie meinen.
- Edelkastanie / Esskastanie: die essbare Frucht, Castanea sativa. Grundlage für Marroni und Kastanienmehl.
- Marroni / Maroni: besonders grosse, süsse Auslese-Sorten der Edelkastanie mit ganzem Kern – in der Schweiz auch das Wort für geröstete Kastanien.
- Rosskastanie: nicht verwandt, nicht essbar – nur zum Sammeln und Basteln.
Was steckt in unserem Kastanienmehl?
Unser Mehl entsteht aus biologisch angebauten Edelkastanien aus den Höhenlagen rund um Cuneo im Piemont – also aus der essbaren Castanea sativa, nicht aus einer ausgewiesenen Marroni-Auslese. «Marroni» steht für bestimmte Auslese-Sorten; unser Mehl ist schlicht reines Edelkastanien- bzw. Esskastanienmehl. Die Früchte werden schonend an der Luft getrocknet, geschält und fein vermahlen: kein Zuckerzusatz, keine Zusatzstoffe, nur die reine Frucht. Mehr über Herkunft und Anbau erfahren Sie im Abschnitt zum Anbau auf unserer Startseite.
Ob als geröstete Marroni oder als fein vermahlenes Mehl – die Edelkastanie zeigt viele Gesichter. Sichern Sie sich Ihren Vorrat aus biologischem Anbau in unseren Paketen.
Selbst ausprobieren – Bio-Kastanienmehl direkt vom Produzenten.
Bio-Kastanienmehl bestellen